DBV-Verbandstag 2026
Marathonsitzung mit Richtungsdebatten
Knapp zehn Stunden Austausch, intensive Debatten und zahlreiche Abstimmungen prägten den 62. Ordentlichen Verbandstag des Deutschen Badminton-Verbandes am 13. Juni 2026 in Essen. Neben einstimmigen Beschlüssen sorgten vor allem kontroverse Themen und ein spürbar hoher Abstimmungsbedarf für eine teils unruhige und langwierige Sitzung.
Im Mittelpunkt stand die personelle Neuaufstellung des Präsidiums: Ulrich Grill wurde zum neuen DBV-Präsidenten gewählt. Ihn unterstützen künftig Robert Neumann, Günter Klützke und Dr. Claudia Pauli als Vizepräsidenten. Gleichzeitig endete an diesem Tag die Amtszeit von Ralf Michaelis und Wolfgang Wienefeld, die das Verbandsgeschehen in den vergangenen Jahren maßgeblich geprägt hatten.
Ein zentrales Thema der langen Sitzung war die zukünftige Ausrichtung und organisatorische Neuaufstellung des DBV. Der Verband arbeitet weiterhin an einer neuen Führungsstruktur, die künftig effizienteres und moderneres Arbeiten ermöglichen soll. Diskutiert wurden unterschiedliche Modelle – vom hauptamtlichen Vorstand bis hin zu hybriden Lösungen. Konkrete Entscheidungen stehen jedoch noch aus, stattdessen wurden Meinungsbilder eingeholt, die nun durch eine „Taskforce Strategieplan“ in eine zeitnahe Ausarbeitung einfließen und bis zu einem außerordentlichen Verbandstag noch in diesem Jahr beschlussreif vorliegen sollen.
Auch finanzielle Themen sorgten für intensive Diskussionen: Die Delegierten beauftragten eine Kommission, eine neue Beitragsstruktur zu entwickeln und die Finanzordnung grundlegend zu überarbeiten. Die Haushalte für 2025, 2026 und 2027 wurden nach längerer Aussprache schließlich verabschiedet.
Weitere Beschlüsse betrafen Anpassungen verschiedener Ordnungen sowie strukturelle Änderungen im Wettkampfbereich, die perspektivisch stärker beim DBV gebündelt werden sollten. Auch hier blieb es zunächst bei grundsätzlichen Richtungsentscheidungen und der Vorbereitung weiterer Schritte.
Trotz der langen und teils zähen Beratungen blieb am Ende vor allem ein Bild haften: der emotionale Moment der Ehrungen. Mit Standing Ovations würdigten die Delegierten insbesondere Karl-Heinz Zwiebler und Horst Rosenstock für ihr außergewöhnliches Engagement. „Kalle“ Zwiebler wurde zum Ehrenmitglied des DBV ernannt, Horst Rosenstock mit dem Ehrenring ausgezeichnet. Die sichtlich bewegten Geehrten und der große Respekt im Saal unterstrichen eindrucksvoll, wie sehr diese Persönlichkeiten den Badmintonsport – gerade auch in NRW – über Jahrzehnte geprägt haben.
Unterm Strich hinterlässt der Verbandstag aus Sicht von Badminton NRW ein gemischtes Bild: viele Entscheidungen, aber ebenso viele offene Baustellen – und ein Verband, der sich mitten in einem anspruchsvollen Umbruch befindet.


